Nihonga

(jap., übers. etwa „Bild im japanischen Stil“) bezeichnet Bilder, die entsprechend der traditionellen Bräuche, Techniken und Materialien der japanischen Malerei angefertigt werden. Während die dabei angewendeten Traditionen über 1.000 Jahre zurückreichen, wurde der Begriff selbst in der Meiji-Zeit (1868-1912) von dem US-amerikanischen Orientalisten Ernest Francisco Fenollosa und dem japanischen Kunsthistoriker Tenshin Okakura eingeführt. Ziel war es, die Gemälde dieser Art von denen im westlichen Stil abzugrenzen und die althergebrachten japanischen Maltechniken wieder aufl eben zu lassen. Nihonga werden typischerweise mit Pinseln auf Washi (= Japanpapier) oder Seide aufgetragen. Die verwendeten Farben werden aus natürlichen Rohstoffen wie Mineralen, Muscheln oder auch Perlen gewonnen, mit Wasser verdünnt und mit Hautleim fixiert. Auch die zeitgenössische Kunst lässt sich von der Nihonga-Malerei inspirieren: So weisen viele Werke des japanischen Künstlers Takashi Murakami Elemente dieser traditionellen Gemälde auf.