Leseprobe AnimaniA 4/2025: Gachiakuta – Interview mit dem Produktionsteam

Anfang Juli startete im Rahmen einer gigantischen globalen Kampagne namens Gachiakuta World Takeover die von Shonen-Fans heiß ersehnte Anime-Adaption des Dark-Fantasy-Mangas Gachiakuta von Kei Urana, die hierzulande im Simuldub auf Crunchyroll zu sehen ist. Produziert vom frisch gegründeten Bones-Produktionsstudio Bones Film, hatten wir Gelegenheit, noch vor dem Start der Serie interessante Details zur Entstehung und weitere Hintergründe aus erster Hand zu erfahren: Mit Regisseur Fumihiko Suganuma, Charakterdesigner Satoshi Ishino, Bones-Film-Producer Naoki Amano und Bones-CEO Masahiko Minami standen uns nämlich gleich vier zentrale kreative Köpfen hinter dem Gachiakuta-Anime Rede und Antwort.

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Wie kam es zu der Entscheidung, Kei Uranas Dark-Fantasy-Manga Gachiakuta als Anime-Serie umzusetzen?
Naoki Amano:
Ich hatte bereits bei der Serie Noragami mit Kodansha und Avex zusammengearbeitet. Damals funktionierte die Teamarbeit mit dem gesamten Produktionsteam ausgezeichnet. Kodansha unterstützte uns bei der inhaltlichen Anpassung bei der Anime-Adaption mit vielen wertvollen Ideen und half, unsere Intentionen genau zu verstehen und sie dem Manga-ka gut zu vermitteln. Avex wiederum kümmerte sich bereitwillig um alle komplexen Abstimmungen in der Videoproduktion, damit die Vorstellungen des Regisseurs bestmöglich umgesetzt werden konnten. Mit diesen vertrauensvollen Partnern haben wir anschließend gemeinsame neue Projektideen entwickelt, wobei Gachiakuta auf den Tisch kam. Damals waren nur wenige Kapitel veröffentlicht, aber ich erinnere mich gut daran, wie mich die emotionale Wucht und die visuelle Kraft des Werks sofort überwältigt haben.

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Worin liegt für Sie der besondere Reiz der Geschichte von Gachiakuta?
Masahiko Minami:
Zunächst ist es das kompromisslose Zusammenspiel von Urana-sans Zeichnungen und Andou-sans Graffiti, das die Welt von Gachiakuta prägt. Hinzu kommt die dichte, dramatische Geschichte von Rudo und den anderen, die mit unerschütterlichem Blick nach der Wahrheit suchen. Man spürt förmlich, dass hier neue Helden geboren werden.
Naoki Amano: Die Faszination dieses Werks liegt für mich weniger in einer ausgefeilten Eleganz, sondern vielmehr in der rohen Emotionalität und ungeschliffenen Ausdruckskraft wie der ursprüngliche Impuls des Rock ’n’ Roll, der mit überwältigendem Strich eingefangen wurde. Rudos starker Wille, sich den gesellschaftlichen Missständen und schmerzhaften Wahrheiten unerschrocken zu stellen, hat mich tief beeindruckt. Rudos Geschichte, in der er sich einem harten, grausamen Schicksal stellt, ist zwar düster und schwer. Doch gerade weil sie mit schrägem Humor, derben Witzen und absurden Gags durchzogen ist, wirkt sie auf mich auf eine moderne Weise realitätsnah.
Fumihiko Suganuma: Was mir beim ersten Lesen sofort ins Auge fiel, war der Zeichenstil. Natürlich gibt es immer wieder stilistische Trends, aber Frau Uranas Zeichnungen folgen keinem Zeitgeist und gehen ihren ganz eigenen Weg. Das fand ich sehr sympathisch und überzeugend.
Satoshi Ishino: Mein erster Eindruck war, dass der Stil technisch stark und zugleich sehr originell ist mit viel Ausdruckskraft und beeindruckenden, ausdrucksstarken Figuren. Der Reiz von Gachiakuta liegt für mich in der einzigartigen Welt, die aus dem Zusammenspiel zweier großer Talente entstanden ist.

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Wie gehen Sie bei der Adaption der Originalgeschichte konkret vor? Und was sind dabei die größten Herausforderungen?
Naoki Amano:
Sobald die Serienstruktur steht und das finale Skript vorliegt, beginnen wir mit der Beauftragung der Storyboards. Parallel geben wir Design, Artboard und Farbreferenzen in Auftrag und prüfen sie. Wenn die Produktion in die Zeichenphase geht, organisiere ich zusammen mit dem Produktionsleiter die Verteilung des Personals und das Gesamtzeit-Management. Ich begleite auch den Schnitt, das Synchronstudio und das Dubbing, um die Qualität des Endprodukts sicherzustellen, und prüfe abschließend alles beim Video-Edit. Frau Urana ist dabei von Beginn an involviert und prüft und kommentiert die erwähnten Produktionsschritte. Auch an den Synchronaufnahmen nimmt sie (in der Regel remote) teil, um sicherzustellen, dass die Figuren ihrer Vorstellung entsprechen. Trotz ihres wöchentlichen Veröffentlichungsrhythmus wirkt sie immer voller Energie, was mich sehr freut.
Fumihiko Suganuma: Was die Musik und Synchronsprecher angeht, hatte Frau Urana sehr klare Vorstellungen, die wir bestmöglich respektiert haben. Bei Anime-Adaptionen eines Mangas halte ich es für besonders wichtig, das, was der Manga-ka nicht in Worte fassen kann, stellvertretend ins Team zu vermitteln. Deshalb frage ich mich bei jeder Aufnahme: „Könnte es so gemeint sein?“ Gleichzeitig bin ich sehr dankbar für mein Soundteam, das mich bei dieser anspruchsvollen Aufgabe immer tatkräftig unterstützt.

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Dies ist ein Auszug aus unserem Interview mit dem Produktionsteam von GACHIAKUTA, das wir euch exklusiv und in voller Länge in der AnimaniA 4/2025 präsentieren. Unsere aktuelle Ausgabe ist ab dem 5. August am Kiosk und als DVD-Ausgabe im Comic- und Fachhandel erhältlich. Beide Versionen der AnimaniA könnt ihr auch versandkostenfrei unter animania.de/shop bestellen.

© Kei Urana, Hideyoshi Andou and KODANSHA/ “GACHIAKUTA“ Production Committee