Leseprobe AnimaniA 3/2026: Witch Hat Atelier – Interview mit Manga-ka Kamome Shirahama und Anime-Regisseur Ayumu Watanabe

Am 6. April startete die neue Fantasy-Serie Witch Hat Atelier mit einer Doppelfolge bei Crunchyroll. Die von Fans herbeigesehnte Adaption von Kamome Shirahamas Fantasy-Manga-Epos Atelier of Witch Hat – Das Geheimnis der Hexen (auf Dt. bei Egmont Manga) entsteht bei Studio BUG FILMS (u. a. Zom 100: Bucket List of the Dead). Wir durften zum Start der Serie die Manga-ka und den Anime-Regisseur Ayumu Watanabe (u. a. Children of the Sea) für euch interviewen – und geben euch erste Einblicke in den Season-Must-watch-Titel!

Manga-ka Kamome Shirahama

Shirahama-sensei, vielen Dank, dass Sie sich – nach unserem Interview zum Start von Atelier of Witch Hat auf Deutsch bei Egmont Manga und unserem Folge-Interview 2020 – jetzt anlässlich des Starts der Anime-Adaption erneut Zeit für unsere Fragen nehmen! Wie war Ihre Reaktion, als Sie von der Produktion einer Anime-Serie zu Witch Hat Atelier erfahren haben?
Kamome Shirahama (KS):
Ich dachte: „Mein Traum wird wahr!“ Für viele Manga-ka ist eine Anime-Adaption ein großer Traum. Die Vorstellung, die Figuren aus Atelier of Witch Hat endlich zu sehen, wie sie sich bewegen und sprechen und dadurch gewissermaßen zum Leben erweckt werden, hat mich sehr froh gemacht.

Herr Watanabe, wie sind Sie das erste Mal auf Atelier of Witch Hat aufmerksam geworden und was war Ihr erster Eindruck von der Geschichte?
Ayumu Watanabe (AW):
Meine erste Begegnung damit war in einer Buchhandlung: Ich wurde von dem wunderschönen Cover angezogen und habe es spontan in die Hand genommen. Vor allem die unglaubliche Zeichenkunst hat mich sofort beeindruckt – ich mag einfach Werke mit einer solchen Qualität. Ihr Zeichenskill ist einfach großartig, ich liebe nur solche Werke, dazu hat sie sehr detailreiche individuelle Ausarbeitung – wie Schraffuren – und die niedliche Geschichte haben mich sofort in ihren Bann gezogen.

Regisseur Ayumu Watanabe

Sie haben als Regisseur bereits in vielen Genres gearbeitet und sowohl Filme als auch Serien inszeniert, darunter künstlerisch-atmosphärische Titel wie Children of the Sea, warmherzige, einfühlsame Slice-of-Life-Geschichten wie Komi Can’t Communicate und Fortune Favors Lady Nikuko, Geschichten rund um die Kultfigur Doraemon sowie der Mystery-Thriller Summer Time Rendering. Welches künstlerische Ziel haben Sie sich bei der Umsetzung der Geschichte von Coco gesetzt?
AW:
Ich halte es für entscheidend, die visuelle Informationsdichte des Originals zu bewahren. Die Frage ist: Wie lässt sich diese dichte Darstellung wiedergeben? Natürlich gilt: Je höher die visuelle Dichte, desto schwerfälliger wirkt die Action. Deshalb muss man hier ein sehr feines Gleichgewicht finden. Auch die Faszination der Figuren zeigt sich bis in kleinste Details ihrer Körper, in Händen und Füßen, in einer zarten, schmalen Knochenstruktur oder in den kräftigen, kantigen Gliedmaßen der männlichen Charaktere. Diese Elemente versuche ich, mit echter Emotionalität in die Darstellung einfließen zu lassen. Zudem spielen Hintergrund und Farbgebung eine wichtige Rolle, um die kulturellen Eigenheiten des Werks sichtbar und spürbar zu machen.

Shirahama-sensei, welche Wünsche hatten – und haben – Sie für die Anime-Version von Coco, Qifrey und Co.? Was war Ihnen ganz besonders wichtig bei der Umsetzung?
KS:
Der Regisseur und das gesamte Produktionsteam haben großen Wert darauf gelegt, die Atmosphäre und das Bild des Originalwerks zu respektieren. Deshalb habe ich ihre Herangehensweise sehr unterstützt und ihnen erklärt, worauf ich selbst beim Zeichnen besonders achte, damit wir dieses Verständnis gemeinsam teilen können. Ich habe den Eindruck, dass Gestik und Mimik der Figuren so gut getroffen wurden, als wären sie direkt aus dem Manga herausgetreten.

Wie waren Sie in die Adaption involviert?
KS:
Ich war hauptsächlich als Supervisorin beteiligt. Bei den Figuren wurden sehr viele Details mit mir abgestimmt, wie ihre Haltung, Gesichtsausdrücke oder Kleidung. Auch bei Requisiten aus der Geschichte wurde ich häufig konsultiert, zum Beispiel hinsichtlich der Materialien und ihrer Verwendungsart. Bei Landschaften ging es um Dinge wie Topografie oder Vegetation. Und außerdem gab es sehr viel Abstimmung zu den Zauberkreisen. Im Manga versuche ich, Zauberkreise, die Coco noch nicht gelernt hat, möglichst nicht zu zeigen, indem ich zum Beispiel die Hände der Lehrer verdecke. In der Anime-Version werden solche Zauberkreise jedoch sichtbar benötigt, daher musste ich viele neue entwerfen.

Dies ist ein Auszug aus unserem Witch Hat Atelier-Interview mit Manga-ka Kamome Shirahama und Anime-Regisseur Ayumu Watanabe, das wir euch exklusiv und in voller Länge in der AnimaniA 3/2026 präsentieren. Unsere aktuelle Ausgabe ist ab dem 5. Mai am Kiosk und als DVD-Ausgabe im Comic- und Fachhandel erhältlich. Beide Versionen der AnimaniA könnt ihr auch versandkostenfrei unter animania.de/shop bestellen.

©Kamome Shirahama/KODANSHA/ Witch Hat Atelier Committee